HalloFreelancer Magazin
Corona-Hilfen
für Freelancer und Solo-Selbstständige – Maßnahmen, Anlaufstellen und mehr
Update: Dieser Beitrag wurde am 03.04.2020 aktualisiert.
Die Folgen der Corona-Pandemie sind für viele Freiberufler und Solo-Selbstständige verheerend, in etlichen Fällen sogar existenzbedrohend. Um den Betroffenen zu helfen, haben der Bund und alle Bundesländer spezielle Hilfsprogramme ins Leben gerufen. Wir von HalloFreelancer haben für euch einmal Maßnahmen, konkrete Anlaufstellen sowie weitere hilfreiche Links zusammengestellt.
Bundeshilfen:
Die Bundesregierung hat im Rahmen des großen Hilfspakets für die deutsche Wirtschaft auch umfangreiche Maßnahmen für Freiberufler, Solo-Selbstständige und kleine Firmen mit mehreren unterschiedlichen Schutzschirmen beschlossen, darunter eine Soforthilfe.

Freelancer und Solo-Selbstständige (also Freiberufler mit Kleinstunternehmen, die aber keine Angestellten haben) sollen danach drei Monate lang direkte Zuschüsse von je nach Fall bis zu 15.000 Euro bekommen. Eingeplant sind dafür bis zu 50 Milliarden Euro. Damit werde der Bund finanzielle Soforthilfe in Form von Zuschüssen (die nicht zurückgezahlt werden müssen) zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen leisten. Mit den Mitteln können laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und ähnliches bezahlt werden.

Zugleich startete Anfang der Woche ein unbegrenztes Sonderkreditprogramm der Förderbank KfW. Ein weiteres KfW-Programm, das für Liquiditätshilfen aufgesetzt wurde, umfasst 100 Milliarden Euro.

Weitere Details zu den einzelnen Hilfspaketen findest du auf der Website der Bundesregierung, der Website des Bundesfinanzministeriums und der KfW.

Besonders hilfreich für viele Freiberufler sind die Soforthilfen, also echte Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sie werden hauptsächlich von Bundesländern angeboten. Vorreiter war dabei Bayern: Die Corona-Soforthilfe des Freistaats zahlt 5.000 Euro an Freelancer und Solo-Selbstständige, die in Liquiditätsprobleme geraten sind. Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Hamburg haben ebenfalls ähnliche Maßnahmen beschlossen, die teilweise mit den Hilfspaketen des Bundes gekoppelt werden sollen.

Auch Kredite und andere finanzielle Unterstützungen sind im Programm vieler Länder zu finden, die Teilnahmevoraussetzungen für die einzelnen Maßnahmen unterscheiden sich allerdings teilweise erheblich. Wir haben die wichtigsten Angebote der einzelnen Länder für Freelancer nachfolgend aufgelistet und – da, wo es möglich war – auch die direkten Kontaktadressen für weitere Informationen. Da sich die Situation und damit die konkreten Maßnahmen momentan schnell ändern können, empfiehlt es sich, sich stets über die genannten Links auf den aktuellen Stand bringen.
Hilfen nach Bundesländern:

Baden-Württemberg
Für die „Soforthilfe Corona“ (bis zu 9.000 Euro) können von Solo-Selbstständigen und „Angehörigen der Freien Berufe“, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben, Anträge gestellt werden. Einschränkung: Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen mit unter fünf Beschäftigten sind nur insoweit antragsberechtigt, wenn sie mit ihrer selbstständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten. Liquiditätsengpässe oder Umsatzeinbrüche, die bereits vor dem 11. März 2020 entstanden sind, sind ebenfalls nicht förderfähig.

Diese Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg muss nicht zurückerstattet werden. Anträge können vollelektronisch bei den zuständigen Kammern (IHK, Handwerkskammer) eingereicht werden.
Bayern
Die Soforthilfe für Selbstständige und Freiberufler in Bayern (bis zu 5.000 Euro) wird gewährt, wenn ein akuter Liquiditätsengpass eingetreten ist. Das bedeutet, dass keine (ausreichende) Liquidität vorhanden ist, um z. B. laufende Verpflichtungen zu zahlen. Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Privatvermögen aufzubrauchen. Auch in Bayern muss die Soforthilfe nicht zurückgezahlt werden. Alle Informationen und den direkten Link zum Antrag finden bayrische Freelancer hier.
Berlin
In Berlin hat der Ansturm auf die sogenannte „Soforthilfe II“ dazu geführt, dass die Antragstellung bis zum 6. April ausgesetzt wurde. Man wolle – so die Begründung – das Programm der Stadt, deren Topf von 100 Millionen schnell aufgebraucht war, mit dem Bundesprogramm zusammenzuführen. Dann sollen weitere Anträge gestellt werden können. Berechtigt sind dafür nach wie vor Freelancer vor allem aus den Bereichen Gesundheit, Gleichstellung, Handel und Dienstleistung, Jugend und Bildung, Kreativwirtschaft, Kultur, Soziales, Sport und Tourismus. Der Antrag muss weiterhin bei der Investitionsbank Berlin gestellt werden, dort gibt es auch mehr Informationen über Zugangsberechtigungen.
Brandenburg
Hier gibt es ein Soforthilfeprogramm für Selbstständige und Freiberufler, das bis zu 5.000 Euro Finanzunterstützung möglich machen soll. Die Soforthilfe soll von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) nach Eingang der vollständigen Antragsunterlagen (hier geht es zum Antrag) kurzfristig auf das Konto der Leistungsempfänger überwiesen werden.
Bremen
In der Hansestadt umfasst das Corona-Soforthilfeprogramm Liquiditätszuschüsse in Höhe von bis zu 5.000 Euro zur Bewältigung der laufenden Kosten. In begründeten Einzelfällen soll es bis zu max. 20.000 Euro geben, bei entsprechenden Nachweisen. Achtung: Im Falle einer Überkompensation (Entschädigungs- und Versicherungsleistungen, andere Fördermaßnahmen z. B. des Bundes) sind die erhaltenen Zuschüsse anteilig zurückzuzahlen. Den Förderantrag gibt es hier.
Hamburg
Auch in Hamburg gibt es 2.500 Euro (Freiberufler und Solo-Selbstständige) und 5.000 Euro (Kleinbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern) als nichtzurückzahlbare Soforthilfe, solange die finanzielle Schieflage tatsächlich durch die Corona-Krise verursacht wurde. Auch hier wird eventuell mit ausgezahlten Mitteln des Bundes verrechnet. Das Antrags-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren soll in den nächsten Tagen starten. Das Antrags-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren ist am 31. März gestartet, der Antrag ist ausschließlich online über diesen Link einzureichen.
Hessen
Die Unterstützung des Landes Hessen hat sich zunächst auf Förderdarlehen, Betriebsmittelkredite und Bürgschaften beschränkt. Seit dem 1. April gibt es auch ein Soforthilfeprogramm in Form von direkten Zuschüssen.
Mecklenburg-Vorpommern
Die Landesregierung in Schwerin hat verschiedene Liquiditätshilfen für Freiberufler und Kleinunternehmer durch rückzahlbare Zuschüsse bis zu 20.000 Euro beschlossen. Die Mittel werden in einem vereinfachten Verfahren durch die Gesellschaft für Arbeitsmarkt und Strukturentwicklung seit dem 1. April ausgezahlt. Das Antragsformular gibt es auf dieser Webseite.
Niedersachen
Das Land Niedersachsen plant zwei Förderprogramme durch die landeseigene NBank. Neben Unternehmern sollen auch Freiberufler mit Darlehen und Krediten unterstützt werden. Es gibt auch eine direkte Soforthilfe in Form von Zuschüssen (hier geht es zum Antrag). Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums in Hannover.
Nordrhein-Westfalen
Das Soforthilfeprogramm für Solo-Selbstständige und Freiberufler des Landes Nordrhein-Westfalen baut auf dem Hilfsprogramm des Bundes auf. Die Höhe der Soforthilfe kann bis zu 9.000 Euro betragen, diese ist seit vergangener Woche unter diesem Link zu beantragen. Die Landesregierung informiert hier regelmäßig über den Stand und Ablauf der Maßnahmen.
Rheinland-Pfalz
Das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz hat nun auch eine eigene Corona-Soforthilfe geschaffen und bietet diese zusammen mit nur Darlehen, Bürgschaften und steuerliche Erleichterungen auf dieser Webseite an.
Saarland
Das Saarland hat sein eigenes Soforthilfeprogramm für Freiberufler, Kleinunternehmer, Künstler und Kulturschaffende eingestellt und verweist jetzt auf die Bundesförderung. Mehr Information gibt es auf dieser Webseite.
Sachsen
Auch Sachsens Wirtschaftsministerium verweist Freelancer und andere bislang nur auf die Soforthilfe des Bundes. Über die Sächsische Aufbaubank können aber unter bestimmten Bedingungen zinslose Darlehen zwischen 5.000 und 50.000 Euro beantragt werden.
Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt hat jetzt auch sein eigenes „Sofortprogramm für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer“ aufgelegt, das auf den Hilfen des Bundes basiert. Weitere Informationen und Downloadmaterialien für den Antrag gibt es auf dieser Webseite.
Schleswig-Holstein
Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer in einer existenzbedrohlichen Wirtschaftslage können in Schleswig-Holstein Soforthilfe von 2.500 bis 15.000 Euro beantragen. Die Beantragung ist unter anderem auf der Webseite des Wirtschaftsministerium möglich, wo es auch weitere Informationen gibt.
Thüringen
Antragsberechtigte für die Corona-Soforthilfe des Landes Thüringen sind Angehörige „wirtschaftsnaher“ freier Berufe und die Kreativwirtschaft. Die Soforthilfe muss ebenfalls nicht zurückgezahlt werden und kann bei der Thüringer Aufbaubank beantragt werden.
Weitere Hilfen:

Steuererleichterungen
Zusätzliche finanzielle Erleichterungen gibt es bei den Finanzämtern. Laut Bundesfinanzministerium sollen die Ämter in nächster Zeit besonders unbürokratisch mit Anträgen auf Senkung der Einkommenssteuervorauszahlung oder auf Stundung ausstehender Zahlungen umgehen. Dazu reicht ein formloses Schreiben an das zuständige Amt, in dem begründet wird, warum mit einem niedrigeren Einkommen gerechnet wird. Auch dies kann für Freelancer unter Umständen für eine erhebliche Entlastung sorgen.
Entschädigungen bei Erkrankung
Wer aufgrund einer Covid-19-Erkrankung in Quarantäne bleiben muss und seiner Arbeit nicht nachgehen kann, hat Anspruch auf Entschädigung vom Landesgesundheitsamt. Das gilt auch für Freiberufler. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem Gewinn des letzten Kalenderjahres. Welches Gesundheitsamt in diesem Fall für dich zuständig ist, kannst du hier ermitteln.
Info-Angebote
Täglich gibt es neue Nachrichten, Zahlen und Fakten rund um die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitswelt, da fällt es nicht immer leicht, auf dem Laufenden zu bleiben. Antworten auf etliche für Solo-Selbstständige relevante Fragen wie z.B. „Müssen Auftraggeber für Absagen haften?“ bietet z.B. verdis Corona-FAQ sowie die regelmäßigen Updates und Experten-Telcos des VGSD.

Die Kollegen von XING News bieten nicht nur einen Corona-Newsticker, sondern auch ein XING News-Spezial: Corona-Pandemie sowie eine sich ständig erweiternde Anzahl an Beiträgen mit Corona-Hacks aus der Community.
Netzwerken
Kontakt zu Auftraggebern halten bzw. aufnehmen, Austausch mit anderen Freelancern – netzwerken ist auch für viele Solo-Selbstständige in dieser Zeit besonders wichtig. XING bietet deshalb viele Premium-Features momentan kostenlos an, weitere Informationen hier.
Hast du etwas Zeit übrig und möchtest andere unterstützen?
Ehrenamtlich tätig werden, Blut spenden oder einfach da aushelfen, wo im Moment wirklich Bedarf besteht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seine (eventuell frei gewordene) Zeit zu nutzen:
  • Aktuell fehlen aufgrund von Corona ca. 300.000 Erntehelfer auf den deutschen Feldern. Um die fehlender Helfer zu finden, wurde die Aktion “Das Land hilft“ ins Leben gerufen. Alles Weitere erfährst du hier.
  • Auch die Supermärkte suchen wegen des Corona-Ansturms derzeit händeringend nach Verstärkung:
    ALDI Nord, ALDI Süd, EDEKA, LIDL, Penny, REWE
  • Hier sind einige Organisationen, die ehrenamtliche Unterstützung in dieser schweren Zeit sehr gut gebrauchen könnten:
  • Auch in diesen Tagen sind Blutspenden möglich und wichtig, weitere Infos findest du beim DRK.
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Als Freelancer-Marktplatz versuchen wir von HalloFreelancer, dich als Freiberufler bzw. Solo-Selbstständigen auch in Zeiten von Corona zu unterstützen. Nicht nur, indem wir dir weiterhin tatkräftig Projekte vermitteln – das Ganze bleibt natürlich komplett kostenlos für dich – sondern auch, indem wir dir Informationen bereitstellen, die in dieser Phase nützlich sein könnten. Du hast Anregungen? Dann schreib uns gerne an: hallo@hallofreelancer.com.
Foto: sturti/E+/Getty Images